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Internationaler Standardanleitung

 Erweiterte Anleitung zur Erreichung von
Haltbarkeit bei Papier, Stoffmatte- und Aufziehkarton

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PMMB-2000
Addopted-1997
Standards-1998
Revised-1999
Revised-2000

FACTS publishes this document as a public service. Its use is voluntary, and all results obtained by its use must be entirely the responsibility of the user. This document is subject to revision, change and/or withdrawal at any time.  © FACTS 2000


Dies ist eine Anleitung für die Zusammensetzung und Eigenschaften von Papier, Stoffmatte- und Aufziehkarton zum nachhaltigen Schutzgebrauch beim Rahmen, Lagern und Ausstellen von Kunstwerken, Dokumenten und Andenken. In diesem Dokument sind sowohl die Standardinformationen als auch die zur Erklärung und Terminologie notwendigen Angaben enthalten. So kann es besser auch beim Fehlen von Fachkenntnissen von über die Herstellung von Papier, Stoffmatte- und Aufziehkarton verwendet werden.

Einführung

Nicht alle Arten von Papier, Stoffmatte- und Aufziehkarton sind gleich; ihre Zusammensetzung und ihre Eigenschaften sind manchmal stark verschieden. Der Gehalt oder die Eigenschaften können sehr wichtig bei der Vermeidung von Unverträglichkeit des Gehalts sein. Um sicherzustellen, dass das Material ihren Anforderungen entspricht, werden diese Fragen hinsichtlich des Materials und der Eigenschaften im Standart zur "Dauerhaftigkeit bei Papier, Stoffmatte- und Aufziehkarton" mitbehandelt.

Die (Kaufbestellung - P.O.)-Angaben der US-Bibliothek des Amerikanischen Nationalkongresses für Stoffmatte- und Aufziehkarton (Spezifikationsnummer der Bibliothek des Nationalkongresses 400-401-18. Feb. 1997, Spezifikationen von Stoffmatte-/Aufziehkarton für nichtfotografisches Material; und Spezifikationsnummer 400-402-18. Februar 1997, ebenso für fotografisches Material.) haben eine gute technische Basis. Als praktische Richtlinie sind sie jedoch wegen der großen Vielzahl an verschiedenen Materialien unvollständig. Der Standard FRM-2000 berücksichtigt eine breite Palette an verschiedenem Papier, Stoffmatte- und Unterlagekarton. Der Nutzer kann unter Berücksichtigung der Norm zur Dauerhaftigkeit der Anforderungen zur nachhaltigen Herstellung entsprechend seinen individuellen Anforderungen frei die Zusammensetzung, die Farbe, die Oberflächenstruktur und Eigenschaften bestimmen.

Papier, Stoffmatte- und Aufziehkarton werden in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt - von der zeitweiligen bis zur dauerhaften Präsentation. Diese Materialien werden auch bei verschiedenen Kunstwerken, bei Kunstwerken auf Papier, Textilien, Fotografien und Andenken verwendet. Bei allen diesen Kunstarten kann Haltbarmachung erforderlich werden.

Diese Anleitung zur "Erreichung von Haltbarkeit bei Papier, Stoffmatte- und Aufziehkarton" legt die Normen für diese Materialien und ihre Haltbarmachung fest.

In diesem Dokument sind die Eigenschaften so beschrieben, dass die Kommunikation zwischen Käufer, Verkäufer und Konsument ermöglicht wird. Dies ist besonders für solche Verbraucher wichtig, die vielleicht nicht mit der Herstellung vertraut sind, und ausreichende Informationen benötigen, um sich ihren Bedürfnissen entsprechend und unter Berücksichtigung dessen, was auf dem Markt erhältlich ist, klug zu entscheiden.


FACTS Internationale Standardanleitung  PMMB-2000

Haltbarkeit bei Papier, Stoffmatte- und Aufziehkarton

1.00     Gebrauchsmöglichkeiten

1.01     Eine Standardanleitung für die Erreichung der Haltbarkeit von bei Kunstwerken und Andenken eingesetzten Papierzeugnissen.

1.02     Methode zur Bestimmung und Beschreibung der Zusammensetzung und Eigenschaften von verschiedenartigen Produkten aus Papier, Stoffmatte- und Aufziehkarton

1.03     Dieser Anleitung konzentriert sich auf die Zusammensetzung, Kombinationen und Eigenschaften von Papier und Pappen zur Hilfe bei der Auswahl des besten Materials für jede Anwendung.

2.00     Terminologie (Englisch)

2.01     FACTS Standard Terminology, (letzte Auflage) und/oder Random House Webster's Dictionary, 1999

2.02     Terminologie-Auslegung - Zur Bestimmung der jeweiligen Wichtigkeit der Absätze, Abschnitte und zur Bestimmung derjenigen, die verbindlich sind, werden hier die folgenden Wörter verwendet.

2.02.1  "Müssen/Sollen/Nicht dürfen"-zeigt an, dass etwas verbindlich ist

2.02.2  "Sollte"-zeigt an, dass etwas als gutes Vorgehen empfohlen wird

2.02.3  "Kann/Vielleicht/Muss nicht/Unter Umständen"-zeigt an, dass etwas wahlweise ist

2.03     "Konsens"-Mehrheitliche Meinung

2.04     "Ungepuffert"- heißt: kein Alkalifüllstoff

2.05     "Gepuffert"- heißt: Zusatz von Alkalifüllstoff

3.00     Zellstoff

3.01     Faser-Das Produkt soll aus der Baumwolle, neuen Hadern oder anderem Hoch-Alpha-Zellulose-haltigen, Primärstoff hergestellt wird. Es darf keine Verbraucherabfälle enthalten. (TAPPI T 401).

3.02     Lignin-Der Stoff muss einen Kappa-Wert von 5 oder weniger aufweisen (TAPPI T 236).

3.03     Unreinheiten-Das Produkt muss frei von Metallpartikeln, Wachsen, Weichmachern, Bleichrückständen, Peroxyden und anderen Bestandteilen sein, die zur Wertminderung von Papier und Kunstprodukten, mit denen in Berührung kommen, oder in deren unmittelbarer Nähe sie sich befinden, Papier und Karton führen könnten.

3.04     Das Produkt darf nicht mehr als 0.0008 % abbaubaren Schwefels enthalten. (TAPPI T 406).

3.05     Freie metallische Unreinheiten-Eisen darf nicht 150 ppm und Kupfer nicht 6 ppm überschreiten (TAPPI T 266).

4.00     pH   (TAPPI T 509)

4.01     Kein Alkalifüllstoff - ungepuffert - meist im Bereich 7.0 bis 7.5.

4.02     Alkalifüllstoff, Kalziumkarbonat, meist in Höhe von 8.5. gepuffert

5.00     Füllstoff - Alkali-Reserve  (ASTM 4988)

5.01     Ein Füllstoff kann oder kann nicht als Alkali-Reserve dienen; eine Alkali-Reserve ist auch ein Füllstoff.

5.02     Die Minimum-Alkali-Reserve muss ungefähr zwei, und die Maximum-Reserve ungefähr fünf Gewichtsprozente betragen.

5.03     Da Karbonat Füllstoff eine Verunreinigungsquelle sein kann, ist dessen übermäßige Verwendung nicht wünschenswert, doch dieses Übermaß ist nicht definiert.

5.04     Zeolithen und aktivierte Holzkohle können als Füllstoffe verwendet werden.

6.00     Leimung

6.01     Nur eine Leimung neutrale oder Alkalileimung können verwendet werden.

6.02     Harzleimung und schwefelsaure Tonerdeleimung-dürfen nicht verwendet werden (TAPPI T 408).

7.00     Fotoaktivitätstest (P.A.T.) (ANSI IT9 16-1994, oder letzte Auflage).

7.01     Dieser Test muss erforderlich werden, wenn das Produkt zum Aufbstellung von Fotografien verwendet werden soll.

7.02     In den USA sollen das Image Permanence Institute in Rochester, New York oder ein anderes vorher genehmigtes Labor die Tests durchführen.

8.00     Dicke  (TAPPI T 411)

8.01     tärkeangaben als plys-Zahl können nur eine beschreibende Größe sein.

8.02     Stärke muss in metrischen Einheiten - Millimeter - mm angegeben werden.

8.03     Ebenso kann Stärke auch in Punkten (0.0001 Zoll) oder Zoll angeben werden.

8.04     Für Papier kann ein Basisgewicht verwendet werden.

9.00     Größenmaße (Länge, Breite)

9.01     Größenmaße können in metrischen Einheiten - Millimetern - mm, oder Zentimetern - cm, angegeben werden. In Zoll können Größenmaße auch angegeben werden.

9.02     Toleranz - 0-Minustoleranz, 3 mm Plustoleranz - (0.125 Zoll - 1/8 Zoll).

9.03     Größe, Abvierung und Toleranz für Länge und Breite  (ASTM D5625).

10.00   Hinzugefügte Farbe

10.01   Die Farbe des Produkts ist zwischen Käufer und Verkäufer auszuhandeln.

10.02   Farbstoffe und/oder Pigmente dürfen nicht bleichend sein, müssen lichtbeständig und abriebfest sein.

10.03   Verlaufen- Kein Farbstoff und kein Pigment im Stoffmattekarton soll verlaufen, wenn er mit einem Gewicht auf ein weißes Papierblatt gedrückt wird, und bei Zimmertemperatur achtundvierzig Stunden in destilliertem Wasser gehalten wird.

10.04   Lichtbeständigkeit-Die Farbe des Rohstoffs darf sich nach sechsundneunzigstündiger Lichtaussetzung im Sunlighter II oder nach sechsunddreißigstündiger Lichtaussetzung in einem Normfadometer (ASTM D3424) um nicht mehr als 5 Helligkeitspunkte erhöhen (TAPPI T 452).

10.05   Abreibung-Reiben Sie mit dem Druck von etwa einem Pfund die Oberfläche  des Kartons ungefähr zehn Mal vor und zurück mit einem weißen Baumwollhandtuch. Nichts sollte übergehen oder abgerieben werden. Offenkundig ist dies nur ein sehr empirischer und subjektiver Test.

11.00   Oberflächeneigenschaften

11.01   Die Art der Oberfläche und der Aufbau müssen angegeben werden.

11.02   Wenn auf der Oberfläche noch Schmuck und Verzierungen aufgebracht werden sollen, dann sollte sie dem FACTS-Stoffmatte-Schmuck-Test Nr. 6-97 entsprechen.

11.03   Das Produkt sollte frei von Fingerabdrücken, Schmutz, Blasen, Knoten, Splittern und anderen Abriebpartikeln sein.

12.00   Klebstoff

12 .01  Kein Klebstoff darf unter normalen Umweltbedingungen weich werden oder zerlaufen.

12.02   Kein Klebstoff, der benutzt wird, darf nicht dazu führen, dass das Produkt durchsichtig wird, oder dass sich die Farbe des Kartons ändert.

12.03   Kein Klebstoff darf zur Verblassung führen oder versagen und so die Abblätterung verursachen.

13.00   Markierung

13.01   Jegliche Markierung auf dem Produkt muss dauerhaft und ohne Zerlaufen oder Abfärben sein.

14.00   Feuchtigkeitsgehalt

14.01   Damit sich das Produkt nicht verzieht, wogt oder sich wellt, sollte der gleichmäßige Feuchtigkeitsgehalt bei der Herstellung im Bereich zwischen 4 und 7 % betragen.

15.00   Verpackung

15.01   Das Produkt sollte verpackt werden, damit es den Feuchtigkeitsgehalt, den es zur Zeit der Herstellung hatte, behält.

15.02   Für den Transport sollte das Produkt sicher verpackt sein, und die Verpackungen sollten richtige Markierungen haben.

16.00   Ausführung

16.01   Die Kanten sollten rechteckig und sauber geschnitten werden.

16.02   Das Produkt sollte frei von schiefen Ecken und abblätternden Schichten sein.

17.00   Überprüfung

17.01   Es ist die Verantwortung des Käufers, das gelieferte Produkt zu überprüfen und festzustellen, ob es den oben beschriebenen Anforderungen entspricht.

18.00   Festgelegte Dokumentennormen-Testmethoden-Definitionen

18.01   STM-Normen

D-3424-Testmethoden zur Einschätzung der Licht- und Wetterbeständigkeit von gedrucktem Material.

D-4988-Testmethode zur Bestimmung des Kalzium-Karbonat-Gehalts von Papier.

D-5625-Standard-Testmethode zur Messung von Länge, Breite und Abvierung von Papierblättern und Papierprodukten.

D-6043-Standardanleitung für robustem und dauerhaftem Kunstdruckpapier.

18.02   TAPPI-Normen

T-236-Kappa-Nummer des Zellstoffs

T-266- Bestimmung des Natrium-, Kalzium-, Kupfer-, Eisen-, und Mangangehalts ins Zellstoff durch Atom-Saugfähigkeit und Spektroskopie

T-401-Faseranalyse von Papier und Pappe

T-406-Abbaubarer Schwefel in Papier und Pappe

T-408-Harz in Papier und Pappe

T-411-Stärke (Tastzirkel) von Papier, Pappe, und kombiniertem Karton

T-452-Helligkeit von Zellstoff, Papier und Pappe (Richtungsreflektierung von 457 nm)

T-509-Wasserstoffionenkonzentration (pH) von Papierextrakten (kalte Extraktionsmethode)

18.03   ANSI-Normen

IT9.16-1994-Fotoaktivitätstest (P.A.T.)

18.04-FACTS-empfohlene Testverfahren

18.04.01-Nassverlaufen-Ein Tropfen farbiger Wasserfarbe wird auf die flache Oberfläche des Produkts aufgetragen und dann ausgetrocknet. Wenn es trocken ist, Wenn es trocken ist, sollte die Wasserfarbe nur einen kleinen Farbfleck aufweisen. Es sollten saubere scharfe Kanten ohne Verlaufen oder Fliessen zu sehen sein.

Definitionen und Terminologie

Definitionen der FACTS-Normen-Terminologie, (letzte Überarbeitung)

Aktivierter Kohlenstoff (Aktivierte Holzkohle)-Kohlenstoff, der mit dem Hochtemperaturdampf behandelt wurde, um eine Porenstruktur zu entwickeln; er ist ein ausgezeichneter Absorber (Handbuch der Zellstoff- und Papierterminologie)

Alkali-Reserve-Kalziumkarbonat als Papierzusatz wirkt der nachteiligen Wirkungen des eigenen Papierabbaus, sauerer Tinte und anderer säurehaltigen Stoffen in der Umgebung entgegen, die mit dem fertigen Blatt Papier in Kontakt kommen können. In der Regel auch "Puffer" genannt, ein weniger passender Termini.

ANSI-Eine Abkürzung für das American National Standards Institute.

ASTM-Eine Abkürzung für die American Society for Testing and Materials.

Abfärben-Abziehen-Abgeben von Farbe im Wasser oder einer anderen Lösung. (Handbook of Pulp and Paper Industry)

Puffersubstanz-Chemikalien, die zur Regulierung des pH-Wertes zugesetzt werden. Der verbreitetste Puffersubstanz ist Kalziumkarbonat (CaCO3).

Farbebeständig-eine Farbe, die resistent ist gegenüber der äußeren Wirkung, wie Licht, Säuren und Alkalien. Papierfarbe, die resistent ist gegenüber Alterung oder Licht, Wärme und anderen schädlichen Bedingungen. Kein Verblassen auch bei langer Aussetzung gegenüber Tageslicht. Lichtbeständig und Sonnenbeständig sind Variationen des Begriffs.

Konservierungskarton-ein Karton, der gute Konservierungs- und Bewahrungseigenschaften hat. Meist nicht aus Baumwolle. Siehe Museumskarton und Konservierungskarton.

Baumwolllinter-Die kurzen Fasern, die nach der Entfernung am Baumwollsamen haften bleiben. Die Linter werden durch eine sekundäre Sägeentkörnehrung vom Baumwollsamen getrennt. Wenn alle Linters bei dem selben Vorgang entfernt werden, wird das Produkt "Betriebslinter" genannt. Die Technologie zur Bearbeitung der Linters in verwendbarem Zellstoff wurde in den fünfziger Jahren entwickelt. Dazu gehört die mechanische Entfernung des Papierstaubs, der sich noch an den Samen befindet, nachdem die langen Fasern für die Textilproduktion entfernt worden sind. Dies ist ein notwendiger Schritt, um das Baumwollsamenöl zu gewinnen, das ein wichtiges Nebenprodukt ist. Keine Baumwolle wird speziell zur Papierherstellung angebaut. Baumwollfasern und Baumwolllintere sind fast hundertprozentig Zellulose mit einem Minimum an Abfall.

Farbe-farbige lösliche Substanz, die einem anderen Material durch Färben oder Chemiereaktion mit Substraten eine mehr oder weniger haltbare Farbe verleiht.

Faser-ein langer und schmaler fadenartiger Stoff aus jeder von verschiedenen länglichen Zellen oder fadenartigen Strukturen, die viele Male länger als stark sind. Eine natürliche oder synthetische Faser, wie zum Beispiel Baumwolle oder Nylon. Papierstoff besteht aus Fasern, meist pflanzlicher Herkunft, aber für spezielle Papiersorte manchmal auch tierisch, mineraler, oder synthetischer Herkunft.

Füllstoffe-bei Papier; ein träges, fein getrenntes Material, das dem Papier hinzugefügt wird, in dem es die leeren Zwischenräume zwischen den Fasern füllt, um eine Stoffzusammensetzung zu bilden, mit der die Papiereigenschaften modifiziert werden, meist ein Mineralfüllstoff.

Hoch-Alpha-Zellulose (Alpha-Zellulose)-Gebleichter Holzzellstoff, der einen Alpha-Zellulose-Gehalt von mehr als 88 % hat.

Kappa-Nummer-Ein Test zur Bestimmung des Lignifizierungsgrades von Zellstoff. Insbesondere die Anzahl von Millimetern einer Kalium-Permanganat-Lösung, die per Gram trockenen Zellstoffs unter genormten Bedingungen aufgenommen wird. (The Dictionary of Paper)

Lichtbeständig - siehe Farbebeständig

LC-Eine Abkürzung für US Library of Congress.

Museum Board (Pappe)-Dieser Oberbegriff bezieht sich auf die Qualität von Stoffmattekarton, und die Eigenschaften, die für dieses Produkt notwendig sind, sind im allgemeinen dieselben wie die von jedem anderen "Permanent"-Papier. Meist immer Baumwolle.

Museum Board (Museumspappe) und Conservation Board (Konservierungspappe)-Diese Begriffe sind traditionell sowohl in den USA als auch in Großbritannien verwendet. Dabei beziehen sie sich nicht unbedingt auf die Eigenschaften als vielmehr auf die Zusammensetzung. Die Museumspappe wird aus Baumwolle hergestellt und die Konservierungspappe aus dem Holzzellstoff hoher Qualität. Wenn sie richtig hergestellt werden, können die beiden Stoffe untereinander ausgetauscht werden. In Europa kann die Museumspappe als eine aus dem völlig gebleichten Zellstoff hergestellte Pappe bestimmt, geleimt und sehr fest. Ihre Konservierungspappe wird aus Baumwolle hergestellt und ist viel weicher, es ist also wichtig, darauf zu achten, wie der Hersteller seinen Stoff definiert. Die zwei Arten von Stoffen können zusammen zu einem Mehrlagenkarton miteinander verbunden werden.

Neuer Hadern-Baumwollabfälle aus der Textilindustrie, die noch nie benutzt worden sind.

Pigment-Ein fein gestäubtes Färbematerial, das in Farben und Tinten verwendet wird. In Papier werden Pigmente verwendet, um physikalische Eigenschaften zu verändern und sowie um Farbe hinzuzufügen und Helligkeit und Undurchlässigkeit zu verbessern. Ein Pigment ist nicht löslich in der Flüssigkeit, mit der es gemischt wird und überträgt seine Farbwirkung, in dem es über eine Oberfläche ausgebreitet wird.

Verbrauchte Papierfälle-Papier und/oder Pappprodukte, die ihren Bestimmungszweck erfüllt haben und aus dem Gebrauch gekommen worden sind. Dazu zählen gewellte Schachteln, alte Zeitungen, alte Zeitschriften, gemischte Papierfälle und flache Karten. Papierabfälle aus den Umwandlungsprozessen gehörten meist, aber nicht immer zu den verbrauchten Abfällen. (The Paper Dictionary)

"Sachgemäß hergestellt"-Ein Zellstoff, der während der Herstellung nicht degradiert worden ist, nur minimal degradierenden Chemikalien ausgesetzt wurde, und bei dessen Produktion keine Aluminiumsalze verwendet wurden, Säuregruppen in der Zellulose mit Kalzium-Ionen neutralisiert worden sind, kein Harzleim verwendet wurde, und der pH-Wert nicht weniger als 7.0. ist. Wenn Alkalifüllstoffe verwendet werden, sollte das Degradieren minimal sein.

Hadernszellstoff-Fasern zur Papierherstellung aus neuen oder alten Baumwolltextilschnitzel. Der Begriff kann auch für Baumwolle, Flachs, Hanf oder Ramie in Form von Textilabfälle, unterkaufte Textilien oder Baumwolllinters verwendet werden, das heißt, die kurzen Fasern, die nach dem Entkörnen am Baumwollsamen haften bleiben.

Leimung-Behandlung von Papier zur besseren Abweisung von Flüssigkeiten, entweder mit Hilfe von den Zusatzstoffen vor dem Stoffauslauf (z.B. Harz und Alaun) oder Oberflächenbehandlung (z.B. Stärke). Beliebiges Material zur Leimung (also Verringerung der Flüssigkeitsdurchlässigkeit), eine extrem verdünnte Lösung eines Tierleimes der einer Harzsubstanz, die auf eine Oberfläche gebracht wird, um ihre Saugfähigkeit oder Porosität zu vermindern und sie tauglicher für die Anwendung von Farbe oder anderem Beschichtungsmaterial zu machen.

TAPPI-Ein Akronym für die Technische Vereinigung der Zellstoff- und Papierindustrie.

Primärfaser-Ein zur Papierherstellung benutzter Zellstoff, der noch nicht in einem Papier- oder Pappprodukt verwendet worden ist. (Handbook of Pulp & Paper Terminology)

Primärstoff-Ein Zellstoff, der noch nicht bei der Papierherstellung verwendet wurde. Es unterscheidet sich vom  Sekundärstoff. (The Dictionary of Paper)

Zeolithe-Eine unaktives kristallinisches Aluminosilikat, das eine Verwandtschaft zu den bestimmten Molekülen hat. In der Natur vorkommend, jedoch zur Erreichung spezifischer Eigenschaften oft künstlich hergestellt. Auch Molekülsiebe oder -fallen genannt.

Anhang

1.00     Bedeutung der Faser-Die Qualität von Fasern geht über das gesamte Spektrum von ausgezeichnet bis Ausschuss. In der Ausgezeichnet-Kategorie ist die Faser aus Baumwolle, wie neue Hadern. Zur Ausschuss-Kategorie gehört minderwertige wiederverwendete Faser, Faser mit Lignin, übergebleichter Holzzellstoff etc.

Chemisch besteht Baumwolle meist aus langen polymerischen Ketten, in denen das Bauelement die Disaccharid-Zellobiose ist. Der gebleichte Holzzellstoff hat, abhängig von der Herkunft und den Methoden der Reinigung, zusätzlich der polymerisierten Zellobiose noch, viele Polymere von anderen Zuckerelementen als Zellobiose. Ausserdem sind dort chemische funktionale Gruppen wie Aldehyd, Karboxyl und Keton. Baumwolle enthält diese Funktionalgruppen auch, jedoch meist in geringerem Maß. Für Stoffmatte- und Aufziehkarton gibt es zwischen Baumwoll- und Holzzellstoff, wenn sie sachgerecht hergestellt worden sind, an sich keinen richtigen Unterschied in der Haltbarkeit.

Obwohl die Stabilität durch den Kalziumkarbonatfüllstoff erreicht werden kann, kann dieser nicht schwache Ausgangsstärke ausgleichen oder eine gewisse Entfärbung verhindern.

2.00     Die Grenzen von dem Alkalifüllstoff-Die Grenzen des Zwei-Prozent-Minimums, und Fünf-Prozent-Maximums sind subjektiv, doch es gibt eine Basis für sie. Es ist nicht so sehr eine Frage der Art als vielmehr eine des Maßes. Die wenigen Labordaten, die auf diesem Gebiet entwickelt worden sind, deuten darauf hin, dass ein Zwei-Prozent-Minimum genug sein soll, um die Säureabbauprodukte, die zu einer Papierverschlechterung führen, und die Luftverschmutzung, deren Einfluss das Papier mehrere hundert Jahre ausgesetzt werden kann, zu neutralisieren.

Es gibt Erfahrungen, dass der Kalziumkarbonatfüllstoff keinen hundertprozentigen Schutz gegen die Luftverschmutzung bietet. Das heißt wahrscheinlich, dass ein höherer Anteil von dem Kalziumkarbonatfüllstoff effektiver sein würde, und dass die Toleranz der Zwei-Prozent-Minimum-Grenze ein Plus und kein Minus sein sollte.

2.01     Zu der Fünf-Prozent-Maximum-Grenze ist man wie folgt gekommen:

1) Bei größeren Anteilen des Füllstoffes verschlechtern sich meistens die physikalischen Eigenschaften des Papiers. Dies ist nicht so sehr eine Frage, wie, sondern zu welchem Ausmaß. Bei dem fünfprozentigen Füllstoff würde diese Verschlechterung kaum bemerkbar sein.

2) Bei größeren Füllstoffsmengen gibt es ein größeres Kontaminierungsrisiko.

3)  Bei höherem Anteil gibt es ein größeres Risiko des "Abriebs" bei dem Füllstoff. Daher sind die Grenzen des Zwei-Prozent-Minimums und Fünf-Prozent-Maximums subjektiv. Die Hersteller sollten an das Zwei-Prozent-Minimum gebunden werden, aber das Fünf-Prozent-Maximum könnte flexibel sein.

2.02     Zeolithe-Zeolithe und der aktivierte Kohlenstoff können auch als Füllstoffe verwendet werden, und in dieser Eigenschaft wirken sie als Reiniger von Schmutzgasen. Ihre Nutzungseigenschaften stehen außer Frage, doch ihre Anwendung ist noch nicht gründlich erforscht worden.

3.00     Bedeutung der Leimung-Ein Papier, das ohne Leimung hergestellt wurde, heißt Wasserbogen. Er absorbiert bereitwillig Wasser, die Tinten fließen meist, die Oberfläche des Bogens lässt sich leicht beschädigen, und seine Stärke ist verglichen mit dem, wie hoch diese sein kann, wenn es sachgerecht geleimt wurde, minimal.

Bis zur Entwicklung der Alkalileimung vor fast 50 Jahren wurde Papier meist mit Harz geleimt, das mit der Tonerde auf den Fasern aufgeschieden wurde. Das Papier war dann mehr oder weniger sauer, je nach der Menge der verwendeten Tonerde. Das Harz ist also nicht geeignet für die Leimung des Stoffmattekartons. Neutrales Papier kann durch Harzalumleimung hergestellt werden, und der Kalziumkarbonatfüllstoff kann auch verwendet werden, aber diese Methode verträgt sich nicht mit moderner Papierherstellung.

Tierleim und Stärke wurden früher als Leimungsstoffe eingesetzt, besonders bei Oberflächenleimung, doch jetzt müssen sie mit einer ganzen Reihe von polymerischen Materialien konkurrieren. Je nach Anforderungen kann mit den Leimungstechniken eine Pappe hergestellt werden, die leicht geleimt ist, oder eine, die sehr hart, wasserbeständig und mit einer abriebfesten Oberfläche ist.

4.00     Fotoaktivitätstest (P.A.T.)-Mit diesem Test wird festgestellt, ob es wahrscheinlich ist, das ein bestimmtes Material, dass in unmittelbarer Nähe von Fotografien sein soll, die Bilder beschädigt. In diesem Fall sollte der Stoffmattekarton bei erhöhter Temperatur und relativer Feuchtigkeit mit Fotomaterial gehalten werden, und die Änderungen im Fotomaterial sollten mit einem Densometer gemessen werden.

5.00     Farben und Pigmente - Farben und/oder Pigmente in gefärbtem Papier können zu chemischen Verunreinigungen führen.


6.00     Bedeutung des Feuchtigkeitsgehalts-Der Feuchtigkeitsgehalt des Stoffmattekartons zur Zeit der Herstellung ist meist im Bereich von vier bis sieben Prozent. Um die Veränderungen des Feuchtigkeitsgehalts während der Versendung, Aufbewahrung, und Lagerung  zu verhindern, wird er in einen feuchtigkeitsbeständigen Plastikfilm gewickelt. Vor der Benutzung sollte der Stoffmattekarton den Luftbedingungen ausgesetzt werden, in denen er später verwendet werden soll. Zur Vermeidung von Verzerrungen sollten alle Blätter jeweils ganz diesen Bedingungen ausgesetzt werden.

Dieser FACTS Standardanleitung ist bei der Zusammenarbeit mit entsprechenden Herstellern erarbeitet worden. Der Zweck ist die Bereitstellung von exakten Informationen über die Zusammensetzung und die Eigenschaften in einheitlicher Form, so dass der Kunde das für seine Ziele am besten passende Produkt auswählen kann.

1996-97 Mitglieder des Ausschusses für Papier, Stoffmatte- und Aufziehkarton

Norman Boris, Rick Bowald, Kristin Brown, Don Brutvan, Daniel Burge, Ed Burke, Robin Clarke, John Coutu, David Erhardt, Michael Ginsburg, Keith Hewitt, Bud Martin, Kate McCarthy, Jeff Neumann, Neil Newman, Herr Posthumus, Keith Schackman, Bertrand Seel. Abby Shaw, Dominique Stouls, Ben Szeto, Peter Vink, William K.Wilson.

Finanzierung durch:

Canson et Mongolfier S.A., Climax Mfg. Co., Crescent Cardboard Co., Daler-Rowney Ltd., Hunt Corp., International Paper, Karthauser-Breuer GmbH, Larson Juhl, Legion Paper Co., Moorman Karton Weesp BV, Nielsen & Bainbridge, Rising Div. Fox River Paper, Slater Harrison & Co. Ltd., STOULS, Tru Vue Inc.

 

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